Eine Burg gegen die Wikinger
Schloß Broich liegt am Westufer der Ruhr, an der Stelle, an der der alte Hellweg den Fluss über eine Furt querte. Im Winter 883/884 ließ Herzog Heinrich hier ein befestigtes Lager anlegen, nachdem Wikinger Duisburg erobert hatten. Teile der Anlage gelten als ältester erhaltener Wehrbau der späten Karolingerzeit nördlich der Alpen.
Palas und Hochschloss
Zwischen 1380 und 1400 entstand der gotische Palas mit seinen Staffelgiebeln. Das Hochschloss mit Fachwerkgeschoss und Holzgalerie über dem Tor ließ Graf Wilhelm Wirich von Daun-Falkenstein bis 1648 errichten. Seit 1938 gehört die Anlage der Stadt. Von 1967 bis 1974 wurde sie ausgegraben und restauriert, von 2010 bis 2020 noch einmal saniert, bezahlt aus Spenden.
Museum im Hochschloss
Im Hochschloss zeigt der Geschichtsverein Mülheim sein Historisches Museum mit knapp 300 Objekten: Waffen, Grabungsfunde, Gemälde, Urkunden und Modelle zur Geschichte der Herrschaft Broich bis 1808. Ein Raum erinnert an Königin Luise von Preußen, die als Kind mit ihrer Großmutter in Broich war. In den Sälen traut das Standesamt, im Dachgeschoss sitzt die Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH. Die App „BJÖRN“ zeigt die Geschichte des Schlosses in Augmented und Virtual Reality.
Gut zu wissen
- Führungen durch das Historische Museum sind nach Absprache mit dem Geschichtsverein möglich.