Das Sektorwehr
Seit 1950 staut das Kettwiger Wehr die Ruhr zum Kettwiger See, dem kleinsten Stausee des Ruhrverbands. Es war das zweite Sektorwehr in Deutschland. Sein hydraulischer Antrieb machte Windwerke überflüssig, deshalb läuft die Straßenbrücke direkt über die Wehrpfeiler. Zwei Wehrfelder von je 44 Metern Breite stauen die Ruhr um rund sechs Meter.
Kraftwerk und Rückpumpwerk
Neben dem Wehr arbeitet ein Laufwasserkraftwerk mit drei Kaplan-Turbinen und 5.300 Kilowatt Leistung, gebaut für das RWE. Seit 1994 wird dort Luft in den Turbineneinlauf geblasen, um das Ruhrwasser zu belüften. Ein Rückpumpwerk kann bis zu 6.000 Liter Wasser pro Sekunde zurück zum Baldeneysee pumpen.
Die Schleuse
Am rechten Ufer, gegenüber dem Kraftwerk, liegt die Schleuse: 42 Meter lang, sechs Meter breit, von Hand bedient, groß genug für Sportboote und Ausflugsschiffe. Hier enden die Fahrten der Weißen Flotte aus Mülheim, oberhalb fahren die Schiffe der Weißen Flotte Baldeney. Eine erste Schleuse ließ Karl Theodor von der Pfalz als Herzog von Berg schon 1779/80 mitten im Fluss bauen. Wehr, Schleuse und Kraftwerk gehören zur Route der Industriekultur.