Vom Reichshof zur Hansestadt
Als Reichshof „Hatneggen“ wird Hattingen 990 zum ersten Mal erwähnt. Mit dem Befestigungsvertrag von 1396 wurde es Stadt, 1554 als hansisch anerkannt. Dass so viel Fachwerk erhalten ist, geht auf die 1960er-Jahre zurück: Die Bürger sprachen sich damals gegen den Abriss ganzer Viertel und für die Sanierung einzelner Häuser aus. Über dreißig Schilder erklären heute die Geschichte der Gebäude.
Rathaus, Turm und Tor
Das Alte Rathaus am Untermarkt war ab etwa 1420 eine Markthalle für Fleisch, gebaut aus Ruhrsandstein. 1576 bekam es zwei Etagen aus Fachwerk und wurde Rathaus. Im Durchgang zum Kirchplatz lagen später Gefängniszellen, heute zeigt der Kunstverein hier Ausstellungen.
Von der Stadtbefestigung ist der Bruchtorturm am besten erhalten, einer von einst sieben Türmen. Lange versteckte ihn ein Wohnhaus, erst mit der Stadtsanierung ab 1967 wurde er wieder sichtbar. Am Standort des Steinhagentors steht seit 2003 ein Tor aus Stahl des Künstlers Voré. Das kleinste Fachwerkhaus ist das Zollhaus auf den Resten eines Wehrturms. Zoll wurde dort nie erhoben, es war die Werkstatt eines Schmieds.
Das Bügeleisenhaus
Das Bügeleisenhaus von 1611 läuft von acht Metern Breite auf 2,57 Meter zu. Von 1771 bis 1856 arbeiteten hier Tuchmacher, danach war im Erdgeschoss eine Metzgerei. Das Museum des Heimatvereins im Haus wird derzeit saniert.
Gut zu wissen
- In der Tourist-Info am Haldenplatz 3 gibt es Stadtpläne, auch auf Englisch, Französisch, Niederländisch und Italienisch, und einen Plan für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
- Hattingen Marketing bietet Stadt- und Nachtwächterführungen an.