Dem Eisen hinterher
Mittelpunkt des Museums ist Hochofen 3, angeblasen am 10. Oktober 1940. Der „Weg des Eisens“ folgt dem Material von Erz, Koks und Kalk bis zum flüssigen Roheisen: durch die Erztaschen, mit dem Fahrstuhl hinauf auf den Ofen und über Treppen hinunter in die Gießhalle, wo das 1.400 Grad heiße Eisen abgestochen wurde. Fotos, Filme und Interviews erzählen dabei von den Menschen, die hier gearbeitet haben. Im Gebläsehaus stehen die großen Gasmaschinen, ältestes Gebäude auf dem Gelände ist das Bessemer-Stahlwerk von 1872.
Natur auf der Brache
Seit der Stilllegung holt sich die Natur das Gelände zurück. Der „grüne Weg“ zeigt wilden Majoran, Götterbaum und Turmfalken, dazu Pflanzen, die als blinde Passagiere mit Rohstoffen aus aller Welt nach Hattingen kamen. Kinder folgen dem Schild mit der blauen Ratte, dem Maskottchen des Museums.
Zwangsarbeit und Hüttenkampf
Im Zweiten Weltkrieg mussten Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus mehreren Ländern auf der Hütte arbeiten, untergebracht in 14 Lagern. 1987 wehrte sich Hattingen gegen die Stilllegung, mit einer Demonstration von 30.000 Menschen und einer Menschenkette um das Werk. Daran erinnert seit 2017 die Collage „100 Hüttenleben“: lebensgroße Porträts ehemaliger Beschäftigter am äußeren Zaun des Geländes.
Gut zu wissen
- Wegen Sanierungsarbeiten ist der Hochofen derzeit nicht zugänglich, die Abstichhalle kann besichtigt werden.
- Das Museum ist nach „Reisen für Alle“ zertifiziert, die Prüfberichte sind auf der Museumsseite verlinkt.
- In der ersten Etage der Gaszentrale liegt das Restaurant HENRICHS.