Ein See, der atmet
Der Harkortsee zwischen Wetter und Herdecke wurde 1931 fertig: 3,2 Kilometer lang, 137 Hektar groß. Gebaut wurde er als Flusskläranlage, in der sich das Wasser der Volme und des Hagener Klärwerks absetzen sollte. Heute ist er außerdem Ausgleichsbecken für das Pumpspeicherwerk am Hengsteysee. Wenn dort gepumpt wird, sinkt der Harkortsee um bis zu 50 Zentimeter, er hebt und senkt sich also fast wie bei Ebbe und Flut.
Bei der großen Entschlammung um 2000 entstanden ein Laichgewässer für Hechte und eine Inselkette für Wasservögel. Die Felsen am Harkortsee stehen unter Naturschutz.
Kraftwerk von Bruno Taut
Am unteren Ende des Sees steht das Kraftwerk Harkort. Sein Turbinenhaus hat 1907/08 der Architekt Bruno Taut entworfen, es ist ein Denkmal. Benannt ist es nicht nach Friedrich Harkort, sondern nach der Firma Peter Harkort & Sohn. Fische wandern seit 2004 über einen naturnahen Umgehungsbach mit 57 Becken, Paddler tragen ihre Boote an einer eigenen Umtragestelle.
Turm, Burg und Viadukt
Über Wetter steht der Harkortturm von 1884, 35 Meter hoch. Entworfen hat ihn mit 23 Jahren Bruno Schmitz, der später das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig baute. Der Turm ist zurzeit wegen Sanierung geschlossen.
Gegenüber auf dem Berg liegt die Burg Volmarstein, eine Ruine aus der Zeit um 1100. Sie ist frei zugänglich, im Sommer gibt es dort Konzerte. Am oberen Ende des Sees quert das Ruhrviadukt Herdecke das Tal, 313 Meter lang, seit 1879. In der Nacht der Möhnekatastrophe 1943 riss die Flutwelle einen Pfeiler weg; ein Zug hielt 20 Meter vor der Lücke.
Auf dem Wasser
Von April bis Oktober pendelt die MS Friedrich Harkort zwischen Wetter und Herdecke. Auf dem See wird gesegelt, gerudert und gepaddelt, Motoren sind verboten, auch elektrische. Eine offizielle Badestelle im See gibt es nicht, dafür das chlorfreie Naturfreibad am Seeplatz in Wetter. Daneben liegt ein neuer Wasserspielplatz.
Ende August leuchtet ein Feuerwerk über dem See.
Dann feiert Wetter sein Seefest, seit 1995, mit zwei Bühnen am Seeplatz. Zu Mittsommer fahren beim „Seeleuchten“ beleuchtete Boote über den See. Der Rundweg ist etwa 10 Kilometer lang, am Nordufer mit getrennten Rad- und Fußwegen.


