Wo der Bergbau anfing
Im Muttental bei Witten liegt die Kohle so dicht unter der Oberfläche, dass man sie schon vor Jahrhunderten einfach aus dem Hang holen konnte. Deshalb heißt das Tal „Wiege des Ruhrbergbaus“. Der Bergbaurundweg führt 9 Kilometer weit an mehr als 30 Stationen vorbei: Stollenmundlöcher, Pingen, ein Bethaus, kleine Zechen. Er ist frei zugänglich und Teil des GeoParks Ruhrgebiet.
Am Talausgang steht das LWL-Museum Zeche Nachtigall. Hier geht es in den 130 Meter langen Nachtigallstollen, bei etwa 14 Grad und mit Helm (Führungen ab 6 Jahren). Einmal im Jahr, an einem Sonntag im Frühjahr, feiert das ganze Tal das Muttentalfest. Und an manchen Tagen hält die historische RuhrtalBahn an der Zeche.
Hardenstein und die Fähre
Ein Stück flussabwärts liegt die Burgruine Hardenstein, gebaut ab 1345. Der Sage nach wohnte hier der Zwergenkönig Goldemar. Die Ruine liegt im Naturschutzgebiet Hardenstein und wird seit 1974 von einem Verein gepflegt.
Von der Burg setzt die Ruhrtalfähre „Hardenstein“ über zur Herbeder Schleuse. Die Überfahrt dauert vier Minuten, Räder und Hunde fahren mit, bezahlt wird mit einem freiwilligen Fährgeld. Die Fähre fährt elektrisch, von März bis November, außer bei Hochwasser und Sturm. Eine Bootsverbindung an dieser Stelle gab es schon um 1883.
Die Herbeder Schleuse ließ Friedrich II. von Preußen 1776 bis 1778 bauen. 1943 zerstörte sie die Flutwelle aus der bombardierten Möhnetalsperre, 1983 wurde sie wieder aufgebaut.
Das Viadukt
Flussaufwärts überspannt das Ruhrviadukt Witten das Tal: 716 Meter lang, 20 Bögen, gebaut ab 1913. Seine Sandsteinverkleidung verdankt es Bürgerprotesten gegen eine nackte Betonbrücke. 1945 verhinderten Eisenbahner, dass es gesprengt wurde.


