Der jüngste Ruhrstausee
Der Kemnader See liegt zwischen Bochum, Witten und Hattingen. Gebaut wurde er von 1976 bis 1979, eingeweiht am 1. September 1979. Damit ist er der jüngste der Ruhrstauseen: 3 Kilometer lang, 125 Hektar groß. Seit 2011 erzeugt am Wehr ein kleines Wasserkraftwerk Strom für rund 1.200 Haushalte. Der See gehört dem Ruhrverband, um die Freizeit kümmert sich das Freizeitzentrum Kemnade.
Ein Weg, drei Spuren
Der Rundweg ist je nach Route 8 bis 10 Kilometer lang und fast überall dreigeteilt: ein Fußweg, ein Radweg und eine eigene Bahn für Inlineskater. Die Skaterbahn „Ruhr Inline“ ist rund zehn Kilometer lang, hat einen griffigen Asphalt, darf in beide Richtungen befahren werden und kostet nichts. Abends leuchten solarbetriebene LEDs sie bis 23 Uhr aus. Durchgehend befahrbar ist sie seit 2014.
Aufs Wasser, nicht hinein
Auf dem See wird gesegelt, gesurft, gerudert und gepaddelt. Am Hafen Heveney und in Oveney kann man Tretboote, Ruderboote, Kajaks und Segelboote leihen, Surf- und Segelschulen bieten Kurse an. Wer mit eigenem Brett oder Boot kommt, braucht eine Tageszulassung. Motorboote sind verboten.
Baden ist im See nicht erlaubt. Zum Schwimmen geht es ins Freizeitbad Heveney am Nordufer, mit 100 Meter langer Außenrutsche. Grillen und offenes Feuer sind am Ufer verboten, für Hunde gibt es eine eigene Hundewiese.
Wer sich fahren lassen will, steigt zwischen April und Oktober auf die MS Kemnade, sie legt an mehreren Stellen rund um den See an. Der kleine Leuchtturm an der Hafeneinfahrt Heveney ist übrigens kein echtes Seezeichen, er trägt eine Wetterstation.
Zeltfestival Ruhr
Jedes Jahr ab Mitte August wächst am Nordufer neben dem Freizeitbad Heveney für gut zwei Wochen eine Zeltstadt: das Zeltfestival Ruhr, seit 2008. Drei große Zelte, Konzerte, Comedy und ein Markt am Wasser. Zum Programm kommen Zehntausende.
Im August wird das Nordufer zur Bühne.
Haus Kemnade und Gibraltar
Knapp unterhalb des Wehrs steht Haus Kemnade, eine Wasserburg. Drinnen: die Musikinstrumentensammlung Grumbt mit rund 1.800 Instrumenten und ein Bauernhausmuseum. Am Westufer erinnert eine Gedenktafel an die frühere Zeche Gibraltar. Die SA folterte dort 1933 politische Gegner.


