Der Älteste
Der Hengsteysee zwischen Hagen, Herdecke und Dortmund ist der älteste Ruhrstausee, fertig 1929. Noch während des Baus stürzte 1927 die neue Straßenbrücke ein. Der See ist 4,2 Kilometer lang und reicht bis zur Mündung der Lenne. Er fängt deren Geröll ab und dient als Unterbecken für ein Pumpspeicherwerk. Deshalb schwankt sein Wasserspiegel um bis zu 70 Zentimeter.
Koepchenwerk
Am Südufer zieht sich eine Reihe Rohre den Hang hinauf, oben leuchten die Buchstaben RWE. Das Koepchenwerk wurde 1927 bis 1930 gebaut und nach seinem Planer Arthur Koepchen benannt. Es gehört zu den ersten großen Pumpspeicherwerken Deutschlands: Wurde wenig Strom gebraucht, pumpte es Wasser den Berg hinauf, bei Bedarf floss es durch die Turbinen zurück. 1994 ging es vom Netz, 2015 wollte RWE es abreißen. Eine Stiftung für Industriedenkmäler übernahm es, seitdem leuchten die Buchstaben wieder. Am Hang wächst inzwischen Wein.
Am Wochenende gibt es Führungen, Treffpunkt ist der „Glaskasten“ an der Seeseite. Den Job des alten Werks übernimmt heute das Pumpspeicherkraftwerk Herdecke, sein Oberbecken liegt rund 160 Meter über dem See.
Rund um den See
Der Rundweg ist 6,5 Kilometer lang und durchgehend asphaltiert, gut für Inliner, Räder, Kinderwagen und Rollstühle. Am Südufer ist er Teil des Ruhrtalradwegs. Über dem Ostende thront die Hohensyburg.
Im Freibad Südufer Hengstey wird seit 1929 geschwommen, im 50-Meter-Becken und seit 2024 auch vom Steg aus direkt im See. Zur Internationalen Gartenausstellung 2027 wird das Bad zum SeeBad, daneben entsteht auf einem früheren Rangierbahnhof der 20 Hektar große SeePark Hengstey.
Auf dem Wasser
Gesegelt und gepaddelt wird von mehreren Vereinen, SUPs gehen an der Steintreppe unter der Brücke Dortmunder Straße ins Wasser. Motoren sind verboten. Von Mai bis Mitte Oktober fährt am Wochenende das Ausflugsschiff „Freiherr vom Stein“ vom Schiffwinkel bis zur Lennemündung. Und jedes Jahr um Ende Mai startet am Freibad der Hagener Triathlon.
Kurios: Rund 150 Meter vom Kraftwerk entfernt liegen Reste von Schloss Niedernhofen im See. Und der „Mäuseturm“ auf einer kleinen Insel war einmal der Brückenkopf einer Hängebrücke für Fußgänger.


